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WAS SIE ÜBER ATATÜRK UND AKP WISSEN SOLLTEN…

1923 hat Mustafa Kemal Atatürk nach einem 3,5 jährigen Befreiungskrieg das nach dem ersten Weltkrieg besetzte Land von den Invasoren befreit und nach dem Friedensvertrag von Lausanne die Republik Türkei ausgerufen.

Dabei hat er aus den Trümmern des zerfallenen Osmanischen Reiches, eines Vielvölker-Reiches,  einen modernen, laizistischen Nationalstaat mit einer parlamentarischen Demokratie gegründet. Um dabei allen Bürgerinnen und Bürgern des Landes, unabhängig von ethnischer Herkunft und Glaubensbekenntnis, das Gefühl zu vermitteln, Angehörige/r einer stolzen und aufstrebenden Nation zu sein, sagte er in seinen Reden zum türkischen Volk oft „ Glücklich, wer sich Türke nennt“.

Genau dieser Spruch von ihm wird, sei es aus Unwissenheit, sei es bewusst aus Propaganda, um ihn in einem rassistischen Licht erscheinen zu lassen, falsch übersetzt und interpretiert.

Dieser Spruch beinhaltet neben einer Bewertung von ihm, auch eine subjektive und vor allem freie Entscheidung von jedem Einzelnen, in dem er für sich entscheiden soll, ob er sich als „Türke“ bezeichnen will. Wollte er nämlich eine rassistische Betonung, dann würde der bekanntlich sehr wortgewandte Atatürk, entweder „Glücklich, wer sich Türke nennen kann“ oder „Glücklich, wer Türke ist(bzw. als Türke geboren ist)“  sagen.

In den ersten Jahren der Gründung eines Nationalstaates, war dieser Spruch eine Aufforderung an alle Landsleute, sich als ein Teil der jungen Republik Türkei zu fühlen und darüber stolz zu sein. Denn, im neu gegründeten Nationalstaat war es essentiell das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Bürger ohne Ausnahme zu fördern.

Diejenigen, die sich in der jungen Geschichte der Republik Türkei auskennen, werden wissen, dass die Großartigkeit vom Mustafa Kemal Atatürk viel mehr in seiner Eigenschaft als großartiger Reformer und als international angesehener, ja bewunderter Staatsmann liegt. Er führte nämlich in seiner fünfzehn jährigen Regierungsperiode mehrere Reformen durch, welche dem Land die politische Richtung eines modernen, laizistischen und demokratischen Sozialstaates vorgaben.

Auch die damalige islamistisch geprägte, rückschrittliche türkische Gesellschaft hat er durch eine Reihe an Reformen nach westlichem Vorbild neu orientiert.

Dabei war er aber keineswegs ein kritikloser Westen-Kopierer, sondern hat bei seinen Reformen die Grundzüge der türkischen Kultur, -Geschichte und -Tradition bewusst erhalten.

Beispielsweise, als weiser Staatsmann, dem es bewusst ist, dass der Islam in der türkischen Gesellschaft tief verankert ist und das türkische Volk ein sehr religiöses Volk ist, hat er zwar nach dem Sultanat auch das Kalifat abgeschafft, um im Land eine laizistische, parlamentarische Demokratie(nach westlichem Vorbild) einzuführen, hat aber niemals den islamischen Glauben und die Gläubigen bekämpft. Ganz im Gegenteil, hat er sich bemüht den Islam aus den Fängen dubiöser, heuchlerischer Religionsgemeinschaften und Orden beziehungsweise ihren selbsternannten, das Volk ausbeutenden „Imams“, „Hodjas“ und „Scheichs“ zu befreien.

Dafür hat er den Koran ins Türkische übersetzen lassen und neue Schulen für die Ausbildung moderner, säkular denkender Imame errichtet. Das Volk sollte seine Religion endlich frei von Aberglauben und Mystizismus richtig kennenlernen.

Ziel war, die jahrhundertelange Ausbeute des Volkes durch die selbsternannten, korrupten Islamisten endlich zu beenden.

So hat er als einziges Beispiel in der ganzen islamischen Welt, einen laizistischen, demokratischen Staat gegründet, in dem nicht die Scharia, das islamische Recht das sagen hat, sondern der Wille des Volkes über seine demokratisch gewählten Vertreter im Parlament.

Genau das macht ihn für den Islamisten Erdogan und seine AKP zum Feindbild Nummer eins, und deswegen unterwandern sie das politische System in der Türkei systematisch, Schritt für Schritt vom laizistischen, demokratischen Sozialstaat Atatürks in Richtung eines totalitären Scharia-Staates.

So gesehen, steht die Türkei heute an einem, unserer Meinung nach nicht nur für das Land, sondern auch für Europa sehr kritischen Scheideweg.

Was die Türkei-Politik der letzten Jahrzehnte betrifft, so hat der Westen schon immer eine widersprüchliche Strategie geführt.

Dem Anschein nach hat er zwar die Demokratie und den Laizismus im Land theoretisch unterstützt, hat aber in der Praxis immer vorgezogen die unter dem Decknamen „islamisch-konservativ“ agierenden unehrlichen, korrupten, machiavellistischen Islamisten zu forcieren, die so wie Erdogan selbst sagte, die Demokratie für ihre Ziele als eine Straßenbahn sehen, welche sie benutzen, um am Ziel angekommen wieder auszusteigen.

Wohl wissend, dass diese Islamisten die universellen Werte der ganzen Menschheit und die demokratischen Freiheiten nicht respektieren ja sogar hassen und so wie es jetzt in der Türkei passiert, letztendlich ein islamistisches, faschistisches Regime installieren werden.

Der Westen hat immer seine politischen und wirtschaftlichen Interessen als „wesentlicher“ betrachtet, als eine kemalistische Regierung, eine kemalistisch orientierte türkische Gesellschaft somit auch bei den im Westen lebenden Türken zu unterstützen.

Denn der Kemalismus ist zwar laizistisch, somit demokratisch, basiert auf die universellen Menschenrechte und demokratischen Grundsätze, ist aber zugleich für eine völlig unabhängige, souveräne und starke Türkei.

Und genau das war und ist bei den westlichen Politikern unerwünscht.

Denn letztlich ausschlaggebend für diese ambivalente politische Beziehung des Westens gegenüber der Türkei sind die eigenen Interessen des Westens im Land und in der Region.

Zum Schluss will ich folgendes festhalten: bitte, fallen sie ja nicht, dem schwarzen Propaganda mancher zwielichtiger Figuren in die Falle, die die unzähligen politischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte(inkl. der Kurdenpolitik) in der Türkei, die von rechts-konservativen Parteien unter dem Deckmantel des Kemalismus getroffen und umgesetzt wurden, als Beispiel dafür angeben, um Mustafa Kemal Atatürk als einen faschistischen Diktator darzustellen. Bitte, informieren Sie sich vorher genau, bevor Sie sich eine Meinung bilden.

Mit freundlichen Grüßen.

Dr. Murat Barlan

Obmann vom Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich

   
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