MAUSOLEUM ATATÜRKS (ANITKABIR)
Idee
zum Mausoleum
Das Leben
des großen Führers Mustafa Kemal Atatürk, der das türkische Volk durch den
Begfreiungskrieg und alle darauffolgenden Reformen geleitet und ihm zum Status
einer modernen Zivilisation verholfen hatte, nahm leider am 10.11.1938 ein
Ende. Atatürk verstarb im Alter von 57 Jahren.
Er war ein
großes Vorbild gewesen, das die Türkei mit ihren Staatsreformen zu einem
fähigen Mitglied der zivilisierten Gesellschaft gebracht hatte. Nach seinem Tod
wollte man ihm und seiner Größe ein Denkmal setzen, ein Monument, welches seine
Gedanken und Prinzipien widerspiegeln sollte. So wurde aus der tiefen Trauer um
seinen Tod heraus die Idee für den Bau eines Mausoleums geboren.
Hügel
Rasattepe (Anıttepe)
Der Hügel
Rasattepe, der mit seiner Beobachtungsstation zunächst anderen Zwecken gedient
hatte, wurde est später Anıttepe (Monumentshügel) genannt.
Gleichzeitig
wusste man natürlich, dass der Hügel keinen natürlichen Ursprung hatte, sondern
der Kultur der Phryger im 12. Jahrhundert v. Chr. als Grabhügel gedient hatte.
Nachdem man sich entschlossen hatte, auf diesem Museum das Monument zu
errichten, musste zunächst ein Archäologenteam das Innere des Hügels
untersuchen. Die bei den Ausgrabungen zutage geförderten historischen
Gegenstände sind heute im Ethnografischen Museum ausgestellt.
Bau des
Monumentes
Nachdem
das Projekt für das Bauwerk feststand, machte man sich daran, die
Sozialisierungsarbeiten einzuleiten. Am 9.10.1944 wurde mit einer feierlichen
Zeremonie der Grundstein gelegt. Die Bauarbeiten sollten innerhalb von 9 Jahren
in vier Stufen vervollständigt werden.
Erster
Bauabschnitt
Am
9.10.1944 begann man mit der Errichtung des Fundaments und den Stützmauern für
die Löwenstraße. 1945 konnte diese Arbeit abgeschlossen werden.
Zweiter
Bauabschnitt: 1945 – 1950
Am
29.9.1945 fing man mit dem Bau der Gebäude rings um den Festplatz an, der am
8.8.1950 beendet war. Gleichzeitig arbeitete man an den Berechnungen für das
Monument aus Beton und Stein, das nicht zu schwer sein durfte, um das Fundament
nicht zu sehr zu belasten. Ende 1947 waren die Ausschachtungs- und die
Isolationsarbeiten beendet und eine 11 m hohe Eisenbetonkonstruktion für den
Unterbau des Monuments konnte geschaffen werden.
Auch die
Eingangstürme, die Wege und Straßen, sowie eine Baumschule, die Garten- und
Parkgestaltung und die Bewässerungsanlage konnte in diesem Abschnitt
fertiggestellt werden.
Dritter
Bauabschnitt: 1950
Die
Auffahrtswege, die Löwenstraße, das Bepflastern des Festplatzes und des
Mausoleumbodens, die Anfertigung der Stufen für die Treppen, sowie die
Ausrichtung des Sarkophags fallen in diesen Zeitabschnitt.
Vierter
Bauabschnitt: 1950 – 1953
Jetzt
wurde die Ehrenhalle ausgestattet und die Wandabschlüsse mit Steinleisten
verziert.
Die Grundkonstruktion für das Gewölbe wurde angelegt. Am 20.11.1950 begannen
die Arbeiten, die am 1.9.1953 beendet waren.
In den
Bauplänen für das Monument hatte man ursprünglich an die Errichtung eines auf
Säulen getragenen Gewölbesystems gedacht. Am 4.12.1951 fragte die Regierung
allerdings bei den zuständigen Architekten an, ob man den Bau eventuell
beschleunigen könne, wenn man auf das Gewölbe verzichten und das gesamte
Bauwerk damit 28m niedriger als geplant werden würde.
Nach neuen
Berechnungen entschloss man sich zu einer geraden Eisenbetondecke, womit der
gesamte Bau auch gleichzeitig leichter für das Fundament wurde.
Zur
Verkleidung des Betonbaus wurden farbige Travertinsteine benutzt, die in ihrer
Porösität auch sehr leicht zu bearbeiten waren. Für die Innenausstattung des
Mausoleums verwendete man Marmor.
Das
Travertingestein der Skulpturengruppen, der Löwenfiguren und der Säulen des
Mausoleums stammt aus dem Kreis Pınarbaşı bei Kayserei, die weißen Travertinsteine,
die im Inneren der Türme zu sehen sind, stammen aus Polatlı und Malıköy.
Die
schwarzen und roten Steine, mit denen der Boden des Festplatzes und der Türme
belegt sind, wurde aus Boğazköprü, in der Nähe Kayseris, geliefert. Das gelbe
Travertingestein, welches in Çankırı Eskipazar abgebaut wird, diente bei den
Siegesreliefs, der Aussenmauer der Ehrenhalle und den Säulen des Festplatzes
als Material.
Der
cremefarbene, rote, und schwarze Marmor, mit dem der Fußboden in der Ehrenhalle
ausgelegt ist, stammt aus Çanakkale, Hatay und Adana, der grüne Marmor aus
Bilecik, der tigerfellfarbene Marmor an den Wänden der Ehrenhalle wurde aus
Afyon geschickt. Der große Steinblock für den Sarkopharg hatte man aus der
Provinz Osmaniye bei Adana kommen lassen, während seine weiße Marmorverkleidung
aus Afyon stammt.
Die
architektonischen Besonderheiten des Monuments
In der
türkischen Architektur nennt man die Jahre zwischen 1940 und 1950 die “Zweite
Nationale Architekturepoche”. Die Schwerpunkte in dieser Zeit liegen in dem
monumentalen Charakter der Bauwerke. Auf Symmetrie wurde großen Wert gelegt,
das Baumaterial besteht größtenteils aus Steinquadern. Auch das “Anıtkabir”
weist alle diese Besonderheiten auf, obwohl bei den Verzierungsarbeiten gern
seldschukische und osmanische Motive verwendet wurden, so z. B. finden wir
zwischen Wand und Dach Bordüren, die man in der seldschukischen Steinmetzarbeit
“Sägezähne” nannte. An anderen Stellen finden wir seldschukische und osmanische
Motive in Form von Rosetten und Feuerrädern z. B. im Soldatenturm und im
Gebäude der Museumsverwaltung vor.
Dieses für
seine Zeit so und bestehttypische
Bauwerk steht auf einem Gelände von ca. 750.000 m aus zwei Teilen, dem
Friedenspark und dem Monument .
Friedenspark
Inspiriert
durch ein Zitat Atatürks “Frieden im Land, Frieden in der Welt”, hat man nicht
nur aus diversen Gebieten der Türkei, sondern auch aus verschiedenen fremden
Ländern Baumschößlinge kommen lassen, die nun den Friedenspark verzieren. Sie
wurden u.a. aus Afghanistan, U.S.A., Deutschland, Österreich, Belgien, China,
Dänemark, Finnland, Frankreich, Indien, dem Irak, England, Spanien, Israil,
Schweden, Italien, Japan, Kanada, Zypern, Ägypten, Norwegen, Portugal,
Jugoslawien und Griechenland geliefert.
Insgesamt
48.500 Bäume, Sträucher und Pflanzen, 104 verschiedener Arten sind inzwischen
in dem Park zu bewundern.
Monument
Das
Monument besteht aus drei Teilen:
Löwenstraße
Festplatz
Mausoleum
Wenn man
vom Stadtteil Tandoğan aus den Friedenspark betritt, errreicht man über einen
Weg zunächst die 26stufige Treppe, die zu der von beiden Seiten mit Löwen
flankierten Straße führt. Rechts und links von der Treppe erheben sich die
Türme “Freiheit” und “Unabhängigkeit”.
In der
Gesamtanlage des Monuments sind insgesamt 10 Türme in symmetrischer Anordung
angelegt. Diese Türme veranschaulichen mit ihrer Ausstattung 10 Begriffe, die
für das türkische Volk und die Staatsbildung von Bedeutung waren. Vom Plan her
sind sich die Türme ähnlich. Sie sind auf einem fast quadratischen Grundriss
von 12 x 14 m angelegt und tragen ein Dach in Pyramidenform, auf dessen Spitze,
wie bei den früheren türkischen Zelten, eine aufgerichtete Lanzenspitze
angebracht ist. Die Fresken weisen geometrische Kelim- und Teppichmotive auf.
An den
Innenwänden finden wir Zitate Atatürks, die sich auf den jeweiligen Namen des
Turmes beziehen.
Freiheitsturm
Rechts am
Beginn der Löwenstraße sehen wir den Freiheitsturm. Das Relief im Inneren des
Turms zeigt einen Jungen, der mit beiden Händen ein Schwert umfasst hält,
während neben ihm auf einem Felsblock ein Adler sitzt. Der Adler war in der
Mytologie und der seldschukischen Kunst ein Symbol für Freiheit und
Unabhängigkeit, der Junge mit dem Schwert steht für das türkische Volk, was
dieselbe verteidigt. Das Relief wurde von dem Künstler Zühtü Müridoğlu
geschaffen.
Folgende
Zitate Atatürks sind an den Wänden in Bordürenform wiedergegeben:
“Als es
fast so aussah, dass unser Volk ein schreckliches Ende erwartete, entschied es
sich, anstelle einer Knechtschaft, für den Kampf und folgte dem inneren Ruf
seiner Vorväter in den Befreiungskrieg.” 1921
“Leben
bedeutet kämpfen und kriegen. Erfolg im Kampf, bedeutet auch Erfolg im Leben.”
1927
“Wir sind
ein Volk, das Leben und Unabhängigkeit fordert, und nur dafür sind wir bereit,
unser Leben zu opfern.” 1921
“Es kommt
nicht in Frage, um Gnade und Mitleid zu betteln. Das türkische Volk und seine
kommenden Generationen sollten das niemals vergessen.” 1927
“Dieses
Volk hat niemals in Abhängigkeit gelebt, kann es auch nicht und wird es auch
nicht. Entweder Freiheit oder Tod.” 1919
Weiterhin
können wir in dem Turm ein Modell der gesamten Monumentsanlage sehen, deren
Funktion anhand von beleuchteten Tafeln erläutert wird.
Der
Unabhängigkeitsturm
Auf dem
Relief des sich zur linken Seite der Löwenstraße befindlichen Turms, sehen wir
eine Engelsfigur, die ein Papier in der Hand hält, während sich neben ihr ein
scheuendes Pferd aufrichtet. Der Engel symbolisiert die Freiheit als etwas
heiliges, das Papier in seiner Hand enthält die Unabhängigkeitserklärung. Auch
das Pferd steht für Freiheit und Unabhängigkeit. Schöpfer des Reliefs ist Zühtü
Müridoğlu.
An den
Wänden lesen wir folgende Zitate Atatürks:
“Das
einzig wichtige für das türkische Volk ist, würdig und ehrenhaft zu leben. Die
Grundlage dafür ist jedoch die Unabhängigkeit. Ein Staat kann im Reichtum und
Überfluss leben, wenn er nicht unabhängig ist; hat er in der modernen
Gesellschaft die Funktion eines Knechtes, wird er niemals einen höheren Status
erreichen.” 1927
“Meiner
Meinung nach wird ein Volk, das würdig, ehrenhaft, anständig und menschlich
ist, immer die Chance zur Unabhängigkeit haben.”
“Freiheit,
Gleichheit und Gerechtigkeit gibt es nur in Verbindung mit der Herrschaft eines
Volkes.”
“Unser
Volk war seit seiner Geschichte immer ein Beispiel für Freiheit und
Unabhängigkeit”.
Weiterhin
kann in dem Turm eine Fotoausstellung, die die Bauarbeiten dokumentiert,
besucht werden. Steinexemplare, die während des Baus verwendet wurden, sind
ebenfalls ausgestellt.
Gruppe der
Frauenfiguren
Vor dem
Turm der Freiheit sehen wir eine Gruppe von drei Frauenfiguren in türkischer
Volkstracht. Die rechte und die linke Frau tragen einen aus Ähren gewundenen,
bis zum Boden reichenden Kranz in den Händen, der die Fruchtbarkeit des Landes
darstellen soll. Die linke Frau trägt außerdem in ihrer linken Hand eine
Schale, mit der sie Gott um Gnade für Atatürk bittet, während die mittlere Frau
ihr weinendes Gesicht mit den Händen bedeckt.
Diese
Frauenfiguren sollen die Ernsthaftigekit und den Ehrgeiz der türkischen Frauen
ausdrücken, die sich selbst in der tiefen Trauer um Atatürk nicht unterkriegen
lassen. Hüseyin Özkan schuf diese Figuren.
2.
Gruppe der Männerfiguren
Vor dem
Unabhängigkeitsturm treffen wir auf eine Skulpturengruppe von drei Männern,
deren rechter mit seinem Stahlhelm und Soldatenmantel den türkischen Soldaten
darstellt. Die Figur neben ihm trägt ein Buch in den Händen. Sie symbolisiert
den jungen türkischen Intellektuellen. Etwas hinter den beiden Figuren sehen
wir einen türkischen Bauern in seiner Nationaltracht. Der Bildhauer Hüseyin
Özkan hat versucht, in den Gesichtern der drei Männer die tiefe Trauer und die
für das türkische Volk so typische Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit
auszudrücken.
Löwenstraße
Wer dem Mausoleum Atatürks seine Ehre erweisen will,
kann sich auf der 22 m langen, rechts und links von 24 Löwen flankierten
Auffahrt darauf vorbereiten. Die Löwen symbolisierten in der von Atatürk so
sehr geschätzten Kultur der Hethiter, Kraft und Ruhe. Auch diese Figuren
stammen von Hüseyin Özkan.
Festplatz
Die
Löwenstraße mündet in den 129 x 84.24 m großen Festplatz, auf dem sich 15.000
Menschen versammeln können. Die gelben und weißen Steine des Bodens sind zu 373
verschiedenen Teppich- und Kelimmotiven angeordnet.
Soldatenturm
Rechts am
Ende der Löwenstraße steht der Soldatenturm, der an der Außenwand ein Relief
trägt, auf dem sich ein junger Soldat von zuhause verabschiedet, um in den
Krieg zu ziehen. Das Gesicht seiner Mutter, die ihm eine Hand auf die Schulter
gelegt hat, trägt einen traurigen aber trotzdem stolzen Ausdruck. Das Relief
stammt von Zühtü Müridoğlu.
An den
Wänden finden wir Zitate Atatürks, die sich auf das Soldatentum und die
türkischen Fauen beziehen.
“Der
türkische Soldat hat die Bedeutung der antolischen Kriege begriffen, er kämpft
für ein neues Land.” 1921
“In der
ganzen Welt gibt es keine fleißigere Frau als die anatolische Bäuerin.” 1923
“Es gibt
keinen Standard, an dem man den Einsatz und und die Heldenhaftigkeit der jungen
Türken messen könnte.”
Gleichzeitig
werden im Turminneren Bücher zu den Themen Atatürk und Mausoleum angeboten,
sowie man hier auch Geschenkartikel kaufen kann.
Bibliothek
“Atatürk und die türkische Revolution”
Zwischen
dem Soldatenturm und dem Siegesturm befindet sich innerhalb des Gebäudes der
Verwaltung für Museum die Bibliothek, zu dem Thema “Atatürk und die türkische
Revolution”, auch zum Zweck für kulturelle Ereignisse benutzbar. Diese
Fachbücherei, in der wir Atatürks Bücher zum Volksaufstand und der verschiedenen
Reformen sowohl in türkischer alsauch fremder Sprachen vorfinden, ist für Laien
und Fachleute täglich von 9.00 – 12.30 und von 13.30 – 17.00 Uhr geöffnet.
Siegesturm
In diesem
Turm, an dessen Wänden Atatürks Zitate zu der Geschichte der wichtigsten Kriege
zu lesen sind, steht der Kanonenwagen, mit dem Atatürk nach seinem Tode, am
19.11.1938 vom Dolmabahçe Palast in Istanbul zur Schiffsflotte in Sarayburnu
überführt wurde.
İsmet
İnönüs Sarkophag
Zwischen Friedens- und Siegesturm befindet sich ein
Säulengang, in dem der Sarkophag des am 25.12.1973 verstorbenen engsten
Mitstreiter Atatürks, Befehlshaber der Westfront und zweiten Staatspräsidenten
der türkischen Republik, İsmet İnönü. Sein tatsächliches Grab ist jedoch ein
Stockwerk tiefer. İsmet İnönü wurde am 28 Dezember 1973 nach einem
Kabinettsbeschluss hier bestattet.
Friedensturm
Im Inneren
des Turmes sehen wir ein Relief, das Atatürks Ausspruch “Frieden im Land,
Frieden in der Welt” dokumentieren soll. Ein Bauer wird dargestellt, der von
einem sein Schwert ausstreckenden Soldaten geschützt wird. Damit soll
ausgedrückt werden, dass die türkische Armee der Garant für den Frieden im Land
ist und das Volk unter seinem Schutz friedlich seinem Tagewerk nachgehen kann.
Das Relief stammt von dem Künstler Nusret Suman.
An den
Wänden finden wir Atatürk-Zitate zum Frieden.
“Die
Weltbürger sollten fern von Neid, Gier und Rachsucht erzogen werden.” 1935
“Frieden
im Land, Frieden in der Welt.”
“Solange
nicht das Leben eines Volkes bedroht wird, ist Krieg immer Mord.“ 1923
Die
Lincoln-Limousine, die Atatürk in den Jahren 1935 – 1938 als Dienst- und
Repräsentantenwagen benutzt hat, ist ebenfalls in diesem Turm ausgestellt.
Turm
des 23. April
Hier
finden wir ein Relief, das die erste Parlamentseröffnung am 23. April 1920
darstellt. Wir sehen eine Frau, die in der Hand ein Papier hält, auf dem
“23.April 1920” steht. In der anderen Hand trägt sie einen Schlüssel, der die
Eröffnung des Parlamentes bedeuteten soll. Hakkı Atamulu hat dieses Relief
geschaffen.
Zitate
Atatürks zu diesem denkwürdigen Tag finden wir an den Wänden.
“Es gab
nur einen Beschluss, nämlich einen unabhängigen, vom Volk regierten Staat zu schaffen”.
1919
“Die
einzige geltende Vertretung des türkischen Staates ist das Große
Volksparlament.”
“Die
Ansichten, die Kraft, Macht und Herrschaft sollten von der Regierung direkt auf
das Volk übertragen werden. Die Macht sollte in den Händen des Volkes liegen.”
Außerdem
ist in diesem Turm der Privatwagen Atatürks, ein Caddilac, den er in den Jahren
1936 – 1938 benutzt hatte, zu besichtigen.
Fahnenmast
Von der
Seite Çankayas aus führen 28 Stufen zum Festplatz des Monumentes hinauf, in
dessen Mitte sich ein 33.53 m hoher Fahnenmast befindet, an dem die türkische
Nationalfahne weht. Dieser aus einem Stück angefertigte Metallmast ist der
höchste seiner Art in ganz Europa und wurde im Jahre 1946 von dem in Amerika
ansässigen Fahnenmastfabrikanten Nazmi Cemal als Geschenk hierhergebracht. Er
steckt in einem 4 m hohen Sockel, auf dessen Reliefs verschiedene Symbole zu
sehen sind:
Eine
Fackel steht für die türkische Zivilisation, ein Schwert für die Angriffsmacht,
ein Stahlhelm für die Verteidigung, ein Eichenzweig für den Sieg und ein
Olivenzweig für den Frieden. Symbolisch weht über den Werten Verteidigung,
Sieg, Frieden und Zivilisation die türkische Fahne. Die Arbeit stammt von Kenan
Yontuç.
Turm
des Nationalen Aufstands
Hier ist
auch das Museum untergebracht, an dessen Eingang sich ein Relief von Nusret
Suman befindet, auf dem vier, sich über einem Schwertgriff umfassende Hände zu
sehen sind. Diese Komposition soll den Eid, den das türkische Volk geschworen
hat, um sein Land zu retten, darstellen.
An den
Wänden stehen wiederum Zitate Atatürks zu den Ereignissen während des
Volksaufstandes:
“Das Volk
hat den nationalen Eid zur Rettung seines Landes mit eiserener Hand auf die
Seiten der türkischen Geschichte geschrieben.” 1923
“Wir
wollen innerhalb unserer Staatsgrenzen frei und unabhängig leben.” 1921
“Völker
ohne nationale Idendität sind Freiwild für andere Staaten.” 1923
In der
Mitte des Turmes steht ein Pult, auf dem ein Gästebuch ausliegt, in dem sich
Teilnehmer der Festivitäten eintragen können. Auf Schautafeln sind einige
wichtige Zeremonien, an denen Atatürk teilgenommen hatte, fotografisch
festgehalten.
“Anıtkabir”
Museum
Gemäß den
Bedingungen des Anıtkabir-Projektwettbewerbes sollte der Platz zwischen dem
Turm des Volksaufstandes und dem Revolutionsturm für die Errichtung eines
Museums genutzt werden. Am 21 Juni 1960 konnte dieses Museum, in dem
Privatgegenstände, Geschenke und Kleidungsstücke Atatürks ausgestellt sind,
eröffnet werden.
Außer
Orden und Plaketten gibt es auch noch einige Objekte aus Atatürks Privatleben
zu sehen, die seine Ziehkinder A.Afet Inan, Rukiye Erkin und Sabiha Gökçen dem
Museum zu Verfügung gestellt haben.
Turm
der Revolution
Der Turm
stellt eine Fortsetzung des Museums dar, in dem wir Kleidungsstücke Atatürks besichtigen
können. Das Relief von Nusret Suman an der Innenwand zeigt eine kraftlose Hand,
die eine fast verlöschende Fackel darstellt. Während diese Darstellung das
untergehende Osmanische Reich symbolisiert, steht die mit großen Flammen zum
Himmel lodernde Fackel für die neue Republik und die Revolution, mit der
Atatürk dem Volk zu dem Status einer modernen zivilen Gersellschaft verholfen
hat.
An den
Innenwänden lesen wir Zitate Atatürks zur Revolution und den darauffolgenden
Reformen.
“Wenn
nicht Männer und Frauen gemeinsam für ein Ziel marschieren, sind die
wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für eine moderne
Zivilisation nicht geschaffen.”
“Wir
bekommen unsere Inspirationen nicht vom Himmel oder einer unbekannten Macht,
sondern direkt aus dem Leben.”
In der
Kleiderausstellung ist ebenfalls eine von dem ehemaligen Rektor der Anadolu
Universität, Prof. Dr. Yılmaz Büyükerşen, angefertigte Wachsfigur Atatürks zu
sehen.
Republiksturm
Der
Eingang dieses Turm wird häufig für Kunstausstellungen benutzt.
An den
Wänden finden wir folgende Aussprüche Atatürks:
“Unsere
größte Kraft und und unser sicherster Halt ist, dass der Begriff der
Volksherrschaft vom Volk verinnerlicht und in in die Praxis umgesetzt wurde”
Ferner
sind Modelle der Klösterlichen Lehranstalt für Militär, an der Atatürk
seinerzeit ausgebildet wurde, sowie das Kongressgebäude in Sivas und Erzurum
und des I.Türkischen Parlaments ausgestellt.
Kunstgalerie
Zwischen
dem Republiksturm und dem Turm zur Verteidigung der türkischen Nationalrechte
sind in einer Galerie die Privatbücher Atatürks ausgestellt.
Die Wände
schmücken Ölgemälde, die ausländische Staatsbesucher mit Atatürk zeigen. Die
Gemälde stammen von Rahmi Pehlivanlı.
In einem
Filmvorführraum können wir Dokumentarfilme zu Atatürk, dem Bau des Monuments
und der Nationalen Volksbewegung sehen.
Turm
zur Verteidigung der türkischen Nationalrechte
Die
Reliefs an den Außenwänden des Turms haben die Verteidigung der nationalen
Rechte, als Grundlage für die Einheit des Volkes während des Befreiungsskrieges
zum Thema.
Wir sehen
einen Jungen, der in einer Hand ein Schwert hält, während er mit der anderen
Hand auf die über die Grenzen eindringenden Feinde weist und “Halt!” zu rufen
scheint. Unter seiner ausgestreckten Hand symbolisiert ein großer Baum das
türkische Land, das durch den Jungen, der für das während des Befreiungskrieges
vereinte Volk steht, geschützt wird. Das Relief ist von Nusret Suman.
Zum Thema
Verteidigung der türkischen Nationalrechte können wir an den Wänden folgende
Aussprüche Atatürks lesen:
“Eine
Vorherrschaft der nationalen Macht und Widerstandskraft ist notwendig” 1919
“Ab jetzt
wird das Volk für sein Leben, seine Unabhängigkeit und seine gesamte Existenz
persönlich verantwortlich sein.” 1923
“Die
Geschichte kann niemals das Blut, das Recht und die Existenz eines Volkes
bestreiten.” 1919
“Aus dem
Herzen und Gewissen des türkischen Volkes wurde ein klarer Wunsch und Glaube
geboren: Die Befreiung.” 1927
In dem
Turm werden regelmäßig Ausstellungen zum Thema “Atatürk und die Volksbewegung”
gezeigt. Ein Modell der Militärakademien, an der Atatürk ausgebildet wurde,
befindet sich ebenfalls hier.
Relief
mit dem Titel “Der Kampf auf dem Schlachtfeld von Sakarya”
Auf der
linken Seite des Reliefs sehen wir einen Jungen, zwei Pferde, eine Frau und
einen Mann, die während der ersten Kriegsperiode Haus und Hof verlassen haben,
um ihr Land zu verteidigen. Der Junge hat seine geballte Faust dem Feind
entgegen gereckt, was soviel bedeutet wie, “Eines Tages kommen wir zurück und
rächen uns.”
Vor dieser
Dreiergruppe ist ein im Schlamm versunkener Wagen zu sehen, Pferde, die sich
abrackern, den Wagen herauszuziehen, ein Mann und zwei Frauen, die versuchen,
die Wagenräder zu bewegen und ein aufrechtstehender Held, dem eine vor ihm
knieende Frau ein Schwert darbietet. Diese Gruppe symbolisiert den
Zeitabschnitt vor der Schlacht in Sakarya. Links von dieser Gruppe sind zwei
Frauen und ein Kind dargestellt, die das türkische Volk darstellen, die unter
feindlicher Besetzung die türkische Armee erwarten. Über allem schwebt ein
Siegesengel, der Mustafa Kemal einen Kranz entgegenstreckt.
Zum
Schluss sehen wir noch eine Frau, die das Mutterland symbolisieren soll. Sie
deutet auf einen jungen knieenden Soldaten und einen Eichenzweig, der den Sieg
der türkischen Armee in der Sakarya-Schlacht darstellt. Das Relief wurde von
Ilhan Koman geschaffen.
Schlacht
des Oberbefehlshabers
Eine
Bauersfrau, ein Junge und eine Gruppe Pferde symbolisieren auf dem Relief von
Zühtü Müridoğlu die Periode in der Türkei, als sich das Volk zum Aufstand
bereit machte. Im nächsten Teil ist Atatürk abgebildet, der eine Hand
ausgestreckt hat und der Armee ihr Angriffsziel, das Mittelmeer zeigt. Der
Engel im Vordergrund leitet diese Botschaft mit einem Sprachrohr in die Weite
hinaus. Nun sehen wir die unter großen Verzichten und mit viel Wagemut Atatürks
Befehl ausführende türkische Armee in einer Kriegsszene; ein verletzt
dahinsinkender Soldat, ein die türkische Fahne umklammernder Held und ein
hinter einem Schutzwall liegender, mit Schwert und Schild ausgerüsteter Soldat
machen die offensive Haltung der Armee deutlich. Ein Siegesengel mit der
türkischen Fahne in der Hand ruft die Soldaten zum Sieg.
Mausoleum
Zum
wichtigsten Teil des Monuments, dem Mausoleum, steigt man über eine 42stufige
Treppe hinauf. In der Mitte der Treppe befindet sich ein Rednerpult. Dieses
Marmorpult wurde von Kenan Yontaç geschaffen. Der Zeremonienplatz rings um das
Pult ist mit geometrischen Motiven geschmückt, in seiner Mitte sind die Worte
Atatürks “Die Herrschaft gehört unter allen Umständen dem Volk” eingearbeitet.
Das
Mausoleum befindet sich auf einem Grundriss von 72 x 52 x 17 m und ist vorn und
hinten von 8 m hohen, an den Seiten von 14.40 m hohen, insgesamt 14 Säulen
umgeben. An der Vorderfront des Mausoleums lesen wir links Atatürks Ansprache
an die Jugend, auf der rechten Seite seine Ansprache, die er anlässlich des 10.
Jahresjubiläums der Republik gehalten hatte. Die Buchstaben sind ausgemeißelt
und mit Gold nachgepinselt.
Ehrenhalle
Man
betritt die Ehrenhalle durch eine bronzene Tür. Rechts vom Eingang sehen wir
Atatürks letzte Botschaft an die türkische Armee vom 29.10.1938, auf der linken
Seite die Beileidsbekundung, die der 2. Staatspräsident der Republik, İsmet
İnönü, anlässlich Atatürks Tod dem Volk ausgesprochen hat. Diese beiden Texte
wurden 1981 zum 100. Geburtsjahr Atatürks dort angebracht.
Gegenüber
dem Eingang, in der Nische vor einem großen Fenster steht der symbolische
Sarkophag Atatürks. Der aus einem Stück bestehende Stein ist aus rotem Marmor
und wiegt 40 Tonnen. Der Platz, auf dem der Block steht, ist mit weißem Marmor
aus Afyon ausgelegt. Der Marmor für den Boden der Ehrenhalle stammt aus Adana
und Hatay, die Wände sind mit rotem, schwarzem, grünem und tigerfellfarbenem
Marmor aus Afyon und Bilecik vekleidet.
Die aus 27
Streben bestehende Decke und die Böden der Nebengalerien sind mit Mosaiken
verziert. Auf der rechten und linken Seite der 17 m hohen Ehrenhalle sind
jeweils sechs bronzene Fackeln aufgestellt. Das Flachdach des Mausoleumbaus ist
mit Bleiplatten gedeckt.
Grabkammer
Atatürks
Leichnam ist im Erdgeschoss des Mausoleums in einer Grabstätte beerdigt, die
sich in einer Grabkammer direkt unter dem symbolischen Sarkophag befindet.
Diese Kammer hat nach seldschukischem und osmanischem Bauprinzip einen
achteckigen Grundriss, eine pyramidenförmige Decke, die mit geometrischen
Mosaiken geschmückt ist. Der Boden und die Wände sind mit schwarzem, weißem und
rotem Marmor verkleidet. In der Mitte der Grabkammer sehen wir einen kleinen in
Richtung Mekka ausgerichteten Sarkophag, um den Messingvasen mit Erde aus allen
türkischen Provinzen, einschließlich der Zypriotischen Türkischen Republik,
gruppiert sind.
Alagöz-Quartier-Museum
Nachdem
die Feinde während des Sakarya-Krieges bis kurz vor die Stadt Polatlı
vorgedrungen waren, entschloss sich der Befehlshaber der Westfront, in dem
zwischen Ankara und Polatlı gelegenen Dorf Alagöz ein Frontquartier
einzurichten.
Als
Unterkunft bot einer der dörflichen Grundbesitzer, Türkoğlu Ali Ağa, sein
Farmhaus an. Nach dem Sakarya-Krieg wurde das ehemalige Quartier wieder von
seinen ursprünglichen Besitzern und deren Nachkommen bewohnt. 1965 wurde das
Gebäude, von den Erben, dem türkischen Ministerium für Erziehung und Bildung
überschrieben. 1967 übernahm eine Abteilung der Verwaltung des
Anıtkabir-Museums, und zwar das Museumsamt für historische Schätze das Gebäude
und begann mit den Restaurationsarbeiten für das zukünftige Museum. Am 10.
November 1968 konnte das obere Stockwerk für Besucher geöffnet werden, 1983
waren auch die unteren Räume soweit hergerichtet, dass sie zur Besichtigung
freigegeben werden konnten.
Das Museum
enthält in 12 Räumen folgende Sektionen: Kleidung, Bibliothek und Gedenkstücke,
Esszimmer, Küche, Schreibstube, Zimmer des Oberbefehlshabers, Raum der
Stabsabordnung, Ruheräume, Adjudantenzimmer, Atatürks Schlafraum und Esszimmer,
sowie ein Zimmer für diensthabende Soldaten.
APPELL
ATATÜRKS AN DIE TÜRKISCHE JUGEND
Du,
türkische Jugend!
Es ist
stets Deine erste Aufgabe, die türkische Unabhängigkeit und die türkische
Republik bis in alle Ewigkeit zu schützen und zu verteidigen.
Dies ist
der Grundstein für Deine Existenz und Zukunft. Dieser Grundstein ist Dein
wertvollster Schatz. Auch in Zukunft wird es im In- und Ausland Menschen geben,
die Dich Deines Schatzes berauben wollen. Solltest Du eines Tages genötigt
sein, die Unabhängigkeit und die Republik zu verteidigen, so erfülle diese
Aufgabe ungeachtet Deiner Dir gebotenen persönlichen Möglichkeiten und
Bedingungen. Deine Freiheit und die Republik können von Feinden mit schlechten
Absichten bedroht, alle Institutionen besetzt und jede Ecke des Landes
feindlich errungen worden sein. Und noch schlimmer als dies: Es können
Personen, die das Land regieren, auf den falschen Pfad geraten sein und ihre
Macht missbrauchen. Die Nation kann in Armut, Ausweglosigkeit und Erschöpfung
geraten sein.
Kinder der
türkischen Zukunft, selbst unter all diesen Umständen, ist es Eure Aufgabe, die
türkische Unabhängigkeit und Republik zu retten. Die Kraft, die Ihr dazu
benötigt, fließt im adeligen Blut Eurer Adern. (1927)
Adresse:
Anıt Caddesi
Tandoğan/Ankara
Tel: (312) 231 79 75